MEINE MALTECHNIK

 

Bei den meisten Arbeiten handelt es sich um sogenannte Mischtechniken. – Hier werden in zahlreichen dünnen Schichten an sich unterschiedliche Farbsysteme miteinander kombiniert.

 

Himmel – in der Fachsprache als „Luft“ bezeichnet  - , Wasser und alle Dinge, die im Bild eine weiche atmosphärische Wirkung erhalten sollen, werden mit Ölfarbe in einem Auftrag angelegt. Dieser Vorgang muss stets in einem Arbeitsgang erfolgen, um problemlos stufenlose Farbübergänge zu erzielen.

 

Farbpigmente I

 

Farbpigmente II

 

Farbpigmente                                                                                                                                       

 

Bei konkreteren Bildelementen, wie Vegetation, Bauwerken, etc. wird zunächst mit einer Eitempera-Farbe untermalt. Im Gegensatz zur Ölfarbe handelt es sich hier um eine wasserlösliche Emulsion aus Hühnerei, Öl- und Harzzusätzen, welche durch Zugabe von Konservierungsmittel vor Fäulnis bewahrt wird. Diese Emulsion, vergleichbar mit Mayonnaise, nur flüssiger, steht technologisch zwischen Öl- und Wasserfarbe. Aufgrund der fetten Bestandteile haftet diese Farbe, die in dieser Form nicht käuflich erworben werden kann und stets vor dem Verarbeiten angespachtelt werden muss, ausgezeichnet sowohl auf matten Untergründen als auch auf Ölfarbe. – Die aufgetrocknete Oberfläche, ist matt, wie bei herkömmlichen Deckfarben. Durch Firnissen mit einer Kunstharzlösung gewinnt der Farbauftrag an Tiefe und wird wasserabweisend. Nach dem recht kurzen Trockenvorgang kann eine weitere Schicht Temperafarbe, zum Beispiel für hellere Strukturen, aufgetragen werden. Nach erneutem Firnissen kann dieser Vorgang beliebig wiederholt werden, so dass sich in manchen Bildpartien häufig bis zu zehn und mehr hauchdünne Farbschichten übereinander befinden! – Schließlich können ohne Probleme Öl-Harz-Lasuren, transparente Farbaufträge, über die Tempera-Untermalung gesetzt werden, wodurch die Bildpartien an Räumlichkeit und Struktur gewinnen und letztendlich können Kleinigkeiten noch zum Schluss in Ölfarbe aufgetragen werden.

 

Selbstbereiten von Tempera-Farbe

 

Selbstbereiten von Tempera-Farbe                                                                                                

 

Das Resultat ist eine recht plastisch und stofflich wirkende Malerei, die der Qualität des Dargestellten zu entsprechen vermag. – Bedingt durch die zahlreichen dünnen Schichten unterschiedlicher Zusammensetzung ergibt sich ein äußerst haltbares Verbundsystem, welches dauerhafter als reine Ölmalerei ist.

 

Vergleichbare Techniken wurden bereits von den alten Meistern angewandt und sind bis zum heutigen Tag in einem guten Erhaltungszustand, was man von der Ölmalerei des 19. Jahrhunderts nicht immer behaupten kann. – Heute jedoch profitieren wir von dem unschätzbaren Vorteil, dass man bessere, schönere und haltbarere Werkstoffe als damals einsetzen kann!

 

Traditionelle Pigmente

 

Traditionelle Pigmente                                                                                                                        

 

Bei einigen meiner Arbeiten handelt es sich um Aquarelle. – Hier herrscht die falsche Meinung vor, dass man mit Aquarell kaum präzise arbeiten kann. – Das Gegenteil ist der Fall: Es handelt sich um die Technik, welche die präziseste Darstellung überhaupt erlaubt. Voraussetzung ist allerdings, dass man beim Malen von Details mit nicht zu nassem Pinsel malt, und feinste Striche werden aneinandergesetzt. Das ist ein ziemlich zeitraubendes Unterfangen, worin auch einer der Gründe liegt, warum ich mich dieser Technik verhältnismäßig selten bediene. – Dass Aquarellfarben nicht so haltbar wie Ölfarben sind, stimmt übrigens nicht mehr, seit die Industrie extrem lichtbeständige Farben entwickelt und auf den Markt gebracht hat. – Auch bei aller technischer Präzision kann man sagen, dass sich die Aquarelle durch eine besondere Transparenz und Brillianz auszeichnen, die mit anderen Techniken so nicht erzielt werden kann.

 

Im Gegensatz zu den oben beschriebenen Techniken kommt die Pastellmalerei ohne Bindemittel aus. Die Farbpigmente werden in Stiftform gebracht und können dann ähnlich wie Kreide auf einen Untergrund - normalerweise Papier - aufgetragen werden. Die Haftung des Pigmentes erfolgt zum einen durch Adhäsionskräfte, zum anderen nisten sich feinste Pigmentkörnchen in den Poren des Papieruntergrundes ein. Dennoch kann die Farbe durch Wischen verteilt oder auch abgeschwächt werden. Der Vorteil von Pastelltechnik ist eine mehr luftige und zarte Farbwirkung (Pastelltöne) sowie ein rascher Arbeitsablauf. Zum Schluss sollte eine Pastellmalerei allerdings mit einem sogenannten Fixativ, einem hauchdünn aufgespritzten matten, transparenten und farblosen Klarlack behandelt werden, um ein nachträgliches ungewolltes Verwischen zu vermeiden. Ähnlich wie in den mehrschichtigen Mischtechniken kann nach dem Fixieren allerdings in weiteren Schichten beliebig weitergearbeitet werden. Der Nachteil der Pastellmalerei aber liegt in der Tatsache, dass dem Detailreichtum des Dargestellten hier technische Grenzen gesetzt sind.

 

Weitere Infos über Malmaterialien und Pigmente: http://www.kremer-pigmente.de